Grüne mit "Mir stonn zesamme" auf dem "Weg der Demokratie"

Rund 180 Menschen zeigten in der Innenstadt Flagge gegen Rechtsextremismus

Rund 180 Menschen begaben sich mit "Mir stonn zesamme" auf den "Weg der Demokratie. Auch die Grünen reihten sich ein.

Auch die Eschweiler Grünen reihten sich am Samstagmittag (10. 10.2026) mit einem starken Team in den Demonstrationszug ein, den das überparteiliche Bündnis „Mir stonn zesamme für Demokratie“ auf den „Weg der Demokratie“ schickte. Bündnissprecher Chris Wiese begrüßte auf der Uferstraße rund 180 Menschen. Manche kamen privat einfach als besorgte Eschweiler Bürgerinnen und Bürger; andere repräsentierten einige der mehr als 30 gesellschaftlichen Gruppen, die das Bündnis „Mir stonn zesamme“ wie die Grünen offiziell unterstützen.  

In seiner kurzen Begrüßungsansprache äußerte sich Wiese entsetzt nicht nur über die jüngsten Wahlerfolge der in Sachsen-Anhalt als gesichert rechtsextrem eingestuften AfD. Mehr noch hat es ihm nach eigenem Bekunden zu denken gegeben, dass kurz nach Landtagswahl bei den anschließenden geheimen Wahlen der Landtagspräsidiums auch Abgeordnete aus den demokratischen Parteien für die rechtsextremen Kandidaten gestimmt oder sich zumindest enthalten haben müssen.

„Enthaltung beim Rechtsextremismus ist ein stilles Zustimmen zum Rechtsextremismus“, betonte Wiese und übte in diesem Zusammenhang scharfe Kritik an der CDU und auch am BSW in Sachsen-Anhalt.

„Umso wichtiger ist es, dass wir überall in Deutschland und vor allem heute hier in Eschweiler für unsere Demokratie einstehen, für unsere Demokratie werben und für unsere Demokratie Tag für Tag weiterkämpfen“, erklärte Chris Wiese unter lautstarkem Beifall.

Weitere Reden waren bewusst nicht geplant. Im Mittelpunkt stehen sollte diesmal vielmehr der persönliche Gedankenaustausch unter den Teilnehmenden: „Wir wollen nicht, dass ihr heute nur zuhört, sondern dass ihr miteinander redet und die Demokratie auf diese Weise aktiv mit Leben erfüllt“, so der „Mit stonn zesamme“-Sprecher, „denn Demokratie lebt vom Miteinander, von der Diskussion, vom Meinungsaustausch“.

Anregungen für gute Gespräche gaben Plakate mit Thesen und Fragen wie: „Zivilcourage – Wegschauen oder Hinsehen?“, „Freiheit – Wo endet meine, wo beginnt deine?“ oder „Kompromiss – Schwäche oder Stärke der Demokratie?“

Auf dem Weg von der Uferstraße zum Talbahnhof wurde es unterwegs dann doch auch mal laut: Als beim Überqueren der Kreuzung Marienstraße/Neustraße/Moltkestraße die AfD-Stände vor P+C in Sichtweite kamen, schallten zu Queens „We Will Rock You“ der Ruf „Wir sind mehr“ zu den Rechtspopulisten hinüber. Er stimmte übrigens:  Als die 180 „Mir stonn zesamme“-Menschen mit dem behördlich gebotenen Sicherheitsabstand vorbeizogen, leugnete ein hiesiger AfD-Bundestagsabgeordneter in einer Rede vor gerade mal cirka 60 Zuhörer*innen einmal mehr wortreich jeglichen menschengemachten Klimawandel.

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