„Einspurigkeit, Bodenschwellen und Schritttempo oder was auch immer mit 'vorsichtig' gemeint ist, werden nichts daran ändern, dass eine solche Öffnung massiven Parksuchverkehr die Neustraße locken und die Sicherheit der Fußgänger*innen stark beeinträchtigen würde. Wer hält sich – siehe Marienstraße – schon an Schritttempo? Vor allem aber sind erhebliche negative Auswirkungen auf den jetzt schon suboptimalen Verkehrsfluss in den umliegenden Straßen zu befürchten“, erklärt Dietmar Widell.
Der Fraktionssprecher der Grünen mag sich eigentlich gar nicht ausmalen, welche Folgen die geforderte Öffnung hätte. Er tut es gezwungenermaßen aber doch: Führe man den Autoverkehr von der Marien- und der Martin-Luther-Straße durch die Neustraße, seien spätestens im Bereich an ohnehin oft überlasteten Brücke Uferstraße chaotische Verhältnisse zu befürchten. „Dort ist wegen der kurzen Ampelphase an der Zufahrt zur Indestraße jetzt schon oft viel Rückstau“, so Widell, „käme noch zusätzlicher Verkehr von der Neustraße hinzu, ginge da gar nichts mehr. Der verkehrsberuhigte Bereich mit der Kinderspielfläche und der Außengastronomie von Da Lui wäre quasi tot.“
Auch die umgekehrte Verkehrsführung von der Uferstraße durch die Neustraße zur Einmündung Marienstraße/Hompeschstraße/Martin-Luther-Straße ist für die Grünen inakzeptabel. Ausgerechnet dicht neben der beliebten Außengastronomie des Barbarella-Cafés und dem schönen Brunnen, wo gern Kinder spielen, würden sich Autos stauen, um aus der Neustraße links in die Martin-Luther-Straße oder rechts in die Marienstraße einzubiegen. „Wie es an diesem Knotenpunkt zugehen würde, kann sich jeder, die die Örtlichkeit kennt, leicht vorstellen. Dafür braucht es keinen Verkehrsversuch“, meint Widell.
Man habe zwar Verständnis für den Wunsch einiger Neustraßen-Geschäftsleute nach mehr Lauf- bzw. Fahrkundschaft. Doch die acht bis zehn Parkplätze, die man auf der Neustraße anlegen könnte, würden ja nicht nur von Neustraßen-Kund*innen angesteuert werden. „Ihr Parkplatz-Glück würden da mit Sicherheit auch jede Menge Autofahrer*innen suchen, die eigentlich zu den Läden in der Marienstraße oder in der Grabenstraße wollen. Letztere funktioniert im Übrigen auch ohne Autoverkehr und Parkplätze direkt vor den Geschäften ganz gut“, erklärt der Grünen-Sprecher.
Sinnvoll und nötig ist in der Neustraße aus Sicht der Grünen nicht weniger, sondern mehr Verkehrsberuhigung. Erstens müsse man nach Möglichkeiten suchen, das Erscheinungsbild der Fußgängermeile attraktiver zu gestalten und neue Händler*innen zu interessieren. Zweitens sollte mit mehr Kontrollen entschiedener gegen das oft zu beobachtende verbotswidrige Befahren und Beparken nicht nur der Neustraße, sondern der gesamten Fußgängerzone vorgegangen werden.
„Ganz schnell könnte durch bauliche Elemente beispielsweise die verbotene, von dreisten Fahrer*innen aber immer noch gern genutzte Zufahrtsmöglichkeit von der Josefstraße in die Neustraße dichtgemacht werden. Das ist einfach und preisgünstig umsetzbar“, so Widell. Wenn alles nicht helfe, sollte man vielleicht aber auch über Pollerlösungen nachdenken: „Wir sehen die Probleme und können über vieles diskutieren. Aber gegen die Öffnung der Neustraße, über die nicht nur das Citymanagement, sondern leider auch einige Ratskolleg*innen immer mal wieder fabulieren, werden wir Grüne uns mit aller Kraft wehren.“