Eigentlich sollte die Veranstaltung im Bistro des Talbahnhofs stattfinden, doch der Andrang war so stark, dass die Grünen kurzerhand in den großen Saal auswichen: Rund 70 Bürgerinnen und Bürger konnte Ortsverbandssprecherin Birgit Kolewa zum Vortragsabend „Mythen und Fakten zur Wärmepumpe“ begrüßen.
Gastreferent Josef Peuker von den Klimafreunden Rhein-Berg erklärte den vielen Gästen kurzweilig und informativ, wie nachhaltiges Heizen mit Ökostrom technisch funktioniert und weshalb sich die Umrüstung weg von Gas oder Öl hin zu Wärmepumpe und Photovoltaik oft auch in älteren Wohnhäusern durchaus lohnt.
Peukers eigenes Haus in der Gronauer Waldsiedlung am Stadtrand von Bergisch-Gladbach ist das beste Beispiel dafür. 1904 erbaut, strahlt das rustikale Spitzgiebelhaus mit rund 150 Quadratmetern Wohnfläche reichlich historisches Flair aus. Aber wie sieht’s in einem solchen Altbau mit dem Energieverbrauch aus?
Das Publikum staunte nicht schlecht, als der Elektrotechnik-Ingenieur im Ruhestand erzählte, dass er seine monatlichen Stromkosten dank Wärmepumpe und Dachphotovoltaik auf ganze 105 Euro im Monat gesenkt hat: „Dafür kann mancher Autofahrer heute nicht mal mehr voll tanken. Bei mir reichen die 105 Euro nicht nur für Heizung und Warmwasser. Das Laden fürs E-Auto ist auch schon mit drin, ebenso der Strom für Waschmaschine, Herd, Fernseher und alle anderen Verbraucher im Haus.“ Externen Strom zukaufen muss Peuker nur im Herbst und Winter; den Rest des Jahres produziert er selbst mehr als genug.
Allerdings hat Peuker im Laufe der Jahre auch eine Menge Geld investiert: Zur Luft-Wasser-Wärmepumpe und der PV-Anlage kamen beispielsweise Kosten für die Dachdämmung sowie für neue Fenster und Türen hinzu. Auf eine Fassadendämmung hat er bewusst verzichtet, um den historischen Charakter seines Hauses zu bewahren. Entgegen gängiger Mythen sei auch der nachträgliche Einbau einer Fußbodenheizung kein absolutes Muss für die Wärmepumpennutzung in Bestandsgebäuden. Peuker hat stattdessen die Heizkörper modernisiert. Eine sinnvolle Alternative zur Fußboden- sei oft auch eine Deckenheizung.
Rentiert haben werden sich seine Investitionen nach etwa 17 Jahren, hat der Referent ausgerechnet. Dafür ist sein Haus, das sich im Energieausweis auf die Effizienzklasse B verbessert hat, aber nicht nur viel klimafreundlicher geworden. Auch der Verkaufswert dürfte um etwa 12 bis 15 Prozent gestiegen sein. Peuker erläuterte auch die stattliche Wärmepumpen-Förderung, die den Hausbesitzer*innen bis zu 30.000 Euro bringen könne.